Sommergeräusche

Stadt

Das heisere Krächzen der Hausrotschwänze am Morgen, wenn sie auf den vordersten Kanten der Giebel sitzen und knicksend ihre kurzen Gesangsstrophen rollen und kratzen. Das herabstürzende Geschrei der Mauersegler, wenn sie nachmittags durch die Sommerhitze der engen Innenhöfe jagen, sich hoch hinauf sicheln und ihr jagendes Geschrei entfernt durch das Gurren der Tauben zu hören ist.

Land

Aus dem Pappelwäldchen tönt das Flöten des Pirols. Die Espenblätter rascheln, bis endlich der Wind ruht. Heupferde schwirren aus den Brombeerbüschen und vom Wegrain sirren die Grillen. Sonne liegt schwer auf dem Sand; über Labkraut und Quendelduft brummen die Hummeln. Von seiner Warte am Feldrand her fragt unermüdlich der Goldammer. Plötzlich purren Rebhühner davon. Das Pfeifen der Lokomotive unterbricht das Bellen der Laubfrösche.

Erinnerung

In den Garten der Kindheit führt kein Weg.

02.05.2008  (c) Volker Knierim