Wie jeder weiß, bringt Adebar, der Storch, am dritten Tag den neugeborenen Kindern die Seele, irgendwo her aus einem moorigen Weiher gefischt. Die oft beklagte Seelenlosigkeit unseres rastlosen, von Autoabgasen verstunkenen städtischen Lebens erklärt sich so!
Teiche, Tümpel und Störche sind weit und breit aus der Nähe der Städte verschwunden und haben erfolgreichen Industrieparks, kundenfreundlichen Baumärkten und autogerechten Einkaufszentren Platz gemacht. Die verbliebenen Störche beliefern aus ihren Naturschutzgebieten, weit entfernt von den städtischen Ballungsräumen, lediglich noch die wenigen ländlichen Neugeborenen.
Es wundert daher nicht, wenn Urlauber auf dem Lande manchmal von einer unerklärlichen und melancholischen Sehnsucht nach der Vergangenheit befallen werden:
Für einen kurzen Augenblick spüren sie, daß ihnen etwas Wichtiges und Unnennbares fehlt.
02.05.2008 (c) Volker Knierim